Jahresbrief DATPPP Sommer 2016

01.10.2016 | 

Sehr geehrte Tagesklinikkolleginnen und -kollegen, liebe Mitglieder der DATPPP,

 

bislang entwickelt sich das Jahr 2016 für die psychiatrisch-psychosomatischen Tageskliniken recht positiv. Die Finanzierungsmodalitäten waren lange Zeit des Jahres ungeklärt. Nun sollen also auch künftig weiter Einzel-Budgets vereinbart werden. PEPP ist zwar weg, die dafür zugrundeliegende Dokumentation mit OPS jedoch nicht. Vergleiche der Behandlungsqualität sollen eine künftige Rolle spielen. Offen bleibt aber was hier gefragt sein wird. Der Aufgabe hausinterne tagesklinische Vergleichskriterien zu entwickeln stellen wir uns als DATPPP. In den nächsten Jahren gilt die PsychPV weiter. In einigen Details besteht aber noch Nachbesserungsbedarf im aktuellen Gesetzesvorhaben. Beispielsweise wäre es fatal wenn eine Klinik in einem Jahr ihr Budget nicht ausschöpfen kann weil Fachpersonal nicht zu finden ist und daraufhin mit einem niedrigeren Budget weiterbetreiben werden muss. Deshalb haben wir uns der Verbändeinitiative für Nachbesserungen angeschlossen. Letztlich können wir als Tageskliniken mit den Grundzügen der Entgeltregelungen so wie bisher eigentlich ganz gut leben. 

 

Auch wenn uns noch genaue Zahlen vorliegen erweitert sich doch kontinuierlich die Zahl der Tageskliniken und der tagesklinischen Plätze in Deutschland. Hilfreich ist es, das wir inzwischen Standardwerte für Personal, Raum, Therapieangebote, Vernetzung usw. vorliegen haben und daher die Einzelberatung besser fundieren können.

 

Bislang ungeklärte Graubereiche tagesklinischen Schaffens werden sich weiter regeln. Wieviel Anwesenheit ist zur Definition eines tagesklinischen Tags notwendig? Wie kann die fast allseits geübte Praxis des Vor- oder Klärungsgesprächs vergütet werden? Führen Direktaufnahmen zu einem höheren Personalschlüssel (A1)? Neuerdings wird verstärkt um die somatischen Behandlungsbestandteile gerungen. Sollen Tageskliniken alle somatische Diagnostik und Behandlung ihrer Patienten für die ganzen Tage und Wochen der Behandlung erbringen oder sich entweder nur auf ihr Fachgebiet oder ihre Öffnungszeiten damit beschränken? Die Frage ob wir auch EKG, gynäkologische Untersuchung oder MS-Medikamente und Insulineinstellung übernehmen sollen bleibt vorerst strittig. Wenn ein Punkt erreicht ist, zu dem wir uns als Tageskliniker einig sind und Kostenträger oder Politik der tagesklinischen Praxis entgegen stehen sollten wir als Verband auch gesundheitspolitisch in Erscheinung treten. Dazu fehlen aber noch klare Rückmeldungen.

 

Besser als über Einzelpositionen lässt sich ein Meinungsbild über lokale Verbünde erreichen. In den meisten Bundesländern existieren inzwischen landesweite oder regionale Treffen, in denen die Problemstellungen und erfolgreiche Strategien diskutiert und verglichen werden. In Bayern hat sich sogar ein Landesverband der DATPPP etabliert. Weitere Bundesländer dürfen gerne folgen. Hierüber könnte künftig dann auch rascher und repräsentativer eine Position zu Fragen wie oben beschrieben gebildet werden.

 

Die Energie sich über die Arbeit hinaus zu engagieren ist geringer geworden. Dies ist u. a. auch daran zu merken, dass sich für 2017 keine Tagesklinik oder kein Ort mit mehreren Tageskliniken als Ausrichter unseres Jahressymposiums zur Verfügung gestellt hat. 2018 werden wir in Berlin wieder tagen. Im nächsten Jahr haben wir uns deshalb nur einen einzigen Tag herausgesucht, den wir als Vorstand selbst organisieren: Am Mittwoch, 08.03.2017, treffen wir uns für einige Referate und die Mitgliederversammlung in Frankfurt/M. Der Ort wird noch bekannt gegeben. Einladungen gehen rechtzeitig heraus. Für 2019 können sich Tageskliniken um die Ausrichtung noch bewerben.

 

Die tagesklinische Weiterbildung zur Theorie und Praxis der Gruppenpsychotherapie in der Tagesklinik wird auch 2016/17 nach vielen erfolgreichen Durchgängen in den vergangenen Jahren weiter angeboten. Diese Fortbildung ist die einzige speziell auf die Anforderungen tagesklinischer Bedürfnisse ausgerichtete Qualifikationsmaßnahme, dauert 1,5 Jahre und endet mit einem Zertifikat der DATPPP. Nähere Informationen erhalten Sie über Ernst Diebels (Kontakt über www.datppp.de/fortbildung/). 

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