Unterstützungsangebot für Folteropfer.

15.02.2008 | 

Charité übernimmt Tagesklinik für traumatisierte Flüchtlinge

Die Charité - Universitätsmedizin Berlin

bietet jetzt Migrantinnen und Migranten, die an einem Trauma leiden,

Unterstützung in einer psychiatrischen Tagesklinik an. Das ermöglicht

ein Kooperationsvertrag zwischen dem Behandlungszentrum für

Folteropfer Berlin (bzfo) und der Klinik für Psychiatrie und

Psychotherapie am Campus Charité Mitte, die von Prof. Andreas Heinz

geleitet wird. Räumlich bleibt die Tagesklinik im bzfo auf dem Gelände

des Gesundheits- und Sozialzentrum Moabit (GSZM) angesiedelt.

 

Prof. Heinz hat die Zusammenarbeit von Seiten der Charité unterstützt.

Seit mehreren Jahren ist er Mitglied im Beirat des bzfo. "Diese

Tagesklinik ist bundesweit einzigartig", sagt er. "Menschen, die durch

Bürgerkriege und staatliche Gewalt traumatisiert sind, können jetzt im

Rahmen der psychiatrischen Regelversorgung über die Krankenkassen

versorgt werden."

 

In die Tagesklinik kommen Menschen, die durch die Erfahrung von

extremer Gewalt an einer chronischen posttraumatischen

Belastungsstörung mit zusätzlichen psychiatrischen und

allgemeinmedizinischen Erkrankungen leiden. Das vielfältige

Therapieprogramm findet ganztags an fünf Tagen pro Woche statt, fast

wie bei einem stationären Aufenthalt. Übernachtet wird jedoch zu

Hause. "Damit bleiben die Patienten weiterhin in den gewohnten Alltag

eingebunden und werden nicht sozial isoliert", erklärt das

Vorstandsmitglied Privatdozent Dr. Christian Pross. Psychotherapie,

Entspannungsgruppen, Musik- und Bewegungstherapie sowie die Arbeit in

einem interkulturellen Heilgarten sollen in der psychiatrischen

Tagesklinik dabei helfen, die belastenden Erfahrungen zu verarbeiten.

Daneben gibt es individuellen Deutschunterricht und eine besonders

intensive sozialpädagogische und ausländerrechtliche Betreuung. Für

die gute Verständigung sorgen eigene Dolmetscher.

 

Das Behandlungszentrum für Folteropfer wurde 1992 gegründet und bietet

Opfern organisierter staatlicher und Bürgerkriegs-Gewalt Hilfe. Die

Patientinnen und Patienten kommen aus fast 60 Ländern, aber auch aus

der ehemaligen DDR. Die Tagesklinik des bzfo wurde im Jahr 2003 auf

Initiative des damaligen Geschäftsführers der Schlosspark-Klinik,

Prof. Joachim Baumgarten, gegründet.

 

"Durch die Kooperation mit der Charité wollen wir die

Behandlungsoptionen noch weiter verbessern", erklärt Dr. Ferdinand

Haenel, der Leiter der Tagesklinik des bzfo. "Die kompetente ärztliche

Versorgung ist von enormer Bedeutung für die Betreuung der

Betroffenen."

 

Kontakt:

Prof. Andreas Heinz

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Campus Charité Mitte

Charité - Universitätsmedizin Berlin

Tel.: 030 - 450 517 002

andreas.heinz@charite.de

 

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