Forum

In das Forum der DATPPP können aktuelle Fragestellungen zu allgemeinen psychiatrischen Behandlungsthemen, organisatorische und gesundheitspolitische Stellungnahmen und Diskussionspunkte und Beiträge zu tagesklinischer Forschung/Evaluation eingebracht werden. Wir freuen uns über einen fachlich anregenden Austausch und über inhaltliche Auseinandersetzungen rund um das Thema "Tageskliniken".

 

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Einführung von OPS zum 1.1.2010

Autor Nachricht
Verfasst am: 30. 12. 2009 [16:50]
Ursula Berninger
Themenersteller
Dabei seit: 13.07.2009
Beiträge: 1
Relativ kurzfristig soll ein neues System der Leistungsdokumentation und Finanzierung in die Psychiatrie und Psychosomatik eingeführt werden.

Unser Bundesvorsitzender der DATPPP, Herr Prof. Eikelmann, hat diesbezüglich ein kritisches Schreiben an den Bundesminister für Gesundheit verfaßt.

Als Besucher unseres Forums möchten wir Sie herzlich einladen, sich ebenfalls an einer kritischen Diskussion zur Einführung der OPS zu beteiligen.
Dateianhang

OPS-Brief-an-Roesler-BMG-2009.doc (Typ: application/msword, Größe: 211 Kilobyte) — 283 mal heruntergeladen
Verfasst am: 15. 01. 2010 [16:36]
Ulrich Reimer
Dabei seit: 15.01.2010
Beiträge: 2
Mit wenig Vorlaufzeit soll ein neues Abrechnungs-/Kodierungssystemsystem für die Psychiatrie in den Probelauf gehen. Die Betroffenen sind überrascht, sozusagen „kalt erwischt“ worden.

Ich habe mir gedacht, dass das doch wirklich ein „Meilenstein“ ist, der zu einer regen Diskussion in diesem Forum führen würde! Mitnichten! Ich bin doch etwas erstaunt, da sich die geplanten Veränderungen massiv auf unsere Arbeitseinteilung und sicherlich auch auf die konzeptionelle Arbeit bis in die Wochenpläne auswirken werden.

Da ich vor meiner Tätigkeit in der Psychiatrie viele Jahre als Anästhesist gearbeitet habe, kann ich mich gut an die Einführung und Umsetzung der Fallpauschalen und später der DRGs in den somatischen Fächern erinnern. Zu Beginn der 90er Jahre hatten wir – damals als Assistenzärzte – tatsächlich Schwierigkeiten damit, zu glauben, dass die Einführung neuer Vergütungsrichtlinien und später die Einführung von Budgetierungen „ernst gemeint“ sei. Es war „ernst gemeint“! Man konnte sich nur nicht vorstellen, dass tatsächlich erbrachte Leistungen plötzlich teilweise nicht mehr bezahlt werden sollten.

Bereits damals war ich erschrocken über die Hilflosigkeit und Untätigkeit - oder Uneinigkeit - der Leistungserbringer / verantwortlicher Kollegen, welche letztlich zur Umsetzung des Systems in den somatischen Fächern führte. Und jetzt scheint es uns genauso zu ergehen.

Allerdings tun sich doch einige Fragen auf:

Wer genau hat eigentlich verantwortlich mit dem DIMDI über die einzuführenden Kodierungen verhandelt? Es muss doch Menschen gegeben haben, die in irgendeiner Form aktiv geworden sind und diese fragwürdigen Kodierungsrichtlinien entwickelt haben. Wer trägt explizit die Verantwortung für so etwas?

Wessen Interessen werden hier bedient? Die der Patienten, die der Leistungserbringer oder die der Kostenträger?

Was konkret soll hier wie und warum verbessert werden (ansonsten gäbe es keinen Grund für eine Änderung des Dokumentationssystems).

Welchen Einfluß können wir nehmen? Sind wir bereit, tatenlos zuzusehen, wie wir in ein Korsett aus Dokumentationspflicht und abrechenbaren Leistungen gezwängt werden?

Gibt es Kollegen, die Ideen haben, wie wir uns vor solchen Maßnahmen und deren Umsetzung schützen können? Oder war’s das schon – nix zu machen?

Eine rege Teilnahme am Forum wäre zu diesem Thema wichtig und dringend nötig!

Ulrich Reimer

Ltd. Arzt Tagesklinik Niebüll
Fachkliniken Nordfriesland
Verfasst am: 17. 02. 2010 [17:54]
Ulrich Reimer
Dabei seit: 15.01.2010
Beiträge: 2
"Wer den ethischen Anspruch hat, anderen zu helfen, soll weder beschimpft noch durch Bürokratie gegängelt werden“
Philip Rösler,
Bundesgesundheitsminister
Im Deutschen Ärzteblatt 12. Februar 2010

Über unterschiedlichste Verteiler erreichen uns zunehmend Einladungen zu Informationsveranstaltungen im Zusammenhang mit der Einführung der OPS-Ziffern vor dem Hintergrund der budgetneutralen Einführung eines leistungsorientierten, pauschalierenden Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (§ 17d KHRG vom 17.3.2009). Hier soll quasi - natürlich gegen gutes Entgelt - das eingeübt werden, was ab dem 1.1.2010 gilt - ein Schelm, der Böses dabei denkt...
Wer sich allerdings mit den OPS-Ziffern auf der DIMDI-Website (www.dimdi.de/static/de/klassi/prozeduren/ops301/opshtml2010/block-9-60...9-64.htm)
etwas näher beschäftigt, wird feststellen, dass sich die tagesklinische Behandlung hier nicht so recht wiederfinden lässt. Man könnte denken: "Vielleicht wird das noch geändert?!"

Wie dem auch sei, wir haben uns in unserer Tagesklinik dazu entschlossen, dem nicht tatenlos zu folgen und Kontakt zum zuständigen Bundestagsabgeordenten für unseren Landkreis Nordfriesland aufgenommen (MDB Liebing, CDU). Dieser hat unsere Einrichtung heute morgen besucht. Wir haben mit ihm über die Bedeutung und die Fragwürdigkeit eines pauschalierenden Entgeltsystems innerhalb der Psychiatrie und insbesondere über die Auswirkungen auf unsere tagesklinische Arbeit gesprochen. Dabei war es uns sehr wichtig, auf die Entstehungsgeschichte unserer jetzigen Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV) vor dem Hintergrund der Psychiatrie-Enquete von 1975 hinzuweisen, die offensichtlich zunehmend in Vergessenheit gerät. Die damalige Motivation zur Verbesserung des deutschen psychiatrischen Versorgungssystems unterscheidet sich grundlegend von heutigen vorwiegend monetär ausgerichteten Änderungsszenarien. Ob es zu Verbesserung kommen wird, ist mehr als fragwürdig.

Im Rahmen des Besuches haben wir unserem Gast die tagesklinische Arbeit und Problematik im Rahmen einer kurzen PowerPoint-Präsentation näher gebracht. Wir konnten viel Verständnis für die Problematik erreichen. Was spricht dagegen, wenn andere Tageskliniken ähnliche Versuche starten? Bei einer Anzahl von mehr als 400 TKs in Deutschland könnte man vielleicht doch (noch) einiges erreichen?

Dr. med. U. Reimer
Leitender Arzt
Tagesklinik Niebüll

http://www.fklnf.de



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.02.2010 um 17:55.]
Verfasst am: 09. 04. 2010 [13:46]
Hans Joachim Schmitz
Dabei seit: 13.10.2009
Beiträge: 4
BMG schmettert Revisions-Antrag bezüglich der Prozedurenverschlüsselung ab. Nachfolgend weitere Informationen:


http://www.dkgev.de/dkg.php/aid/7043/cat/65/rec/1/success/1


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Ursula Berninger
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