Was sind die Vorteile von teilstationärer Behandlung?

 

Für Patienten:
Die Behandlung umfasst alle Bestandteile der vollstationären Therapie. Jedoch: Sie verfügen jederzeit über sich. Sie sind abends und am Wochende für sich oder mit ihrer Familie und zu Hause. Sie nutzen lediglich das Behandlungsprogramm und nicht das „Hotel“ Krankenhaus. Die Behandlung ist bei richtiger Indikationsstellung genauso erfolgreich wie im Krankenhaus. Sie bietet sogar einige Vorteile. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Patienten und auch Angehörige besonders zufrieden sind mit dieser Behandlungsform.

Für ärztliche und psychologische Behandler:

Die Indikationsstellung umfasst jedes in der Psychiatrie und Psychotherapie bekannte Krankheitsbild, schließt allerdings Patienten mit bedenklichen medizinischen Komplikationen, mit erheblicher Suizidalität, mit massiver psychotischer Desintegration, mit starken hirnorganischen Auffälligkeiten und mit weiter Anreise aus. Es liegen nicht nur Fallstudien, Vorher-/Nachher-Vergleiche und randomisierte, kontrollierte Untersuchungen vor, sondern es existieren auch Metaanalysen, die die Effektivität dieser Behandlungsform eindrucksvoll belegen. Neuerdings gibt es mehrere Hinweise, dass sie auch deutlich kostengünstiger ist.

Für andere medizinische und therapeutische Berufsgruppen:
Teilstationäre Behandlung findet im Team statt. Die Kompetenz jeder Berufsgruppe ist gefragt und kommt „am Patienten“ zur Geltung. Während also einerseits die Effektivität des einzelnen Mitarbeiters hoch ist, besteht gleichzeitig ein großer Bedarf für Abstimmung und Supervision. Viele Therapien finden in gemeinsamer Leitung zwischen den akademischen und z.B. den pflegerischen Mitarbeiterinnen statt, auch wenn aus sozialrechtlichen Gründen die Hauptverantwortung beim Arzt liegt.

Tageskliniken sind vernetzt, arbeiten sehr häufig mit Ambulanzen, Praxen niedergelassener Psychiater und vor allen Dingen auch mit psychiatrischen und psychotherapeutischen Kliniken eng zusammen. Auch die Einrichtungen des so genannten Komplementärbereichs haben eine große Bedeutung.

Trotzdem hat in Zeiten der Differenzierung und Spezialisierung jede Einrichtung die Pflicht, ihr Konzept zu definieren und ihre Besonderheiten in der Region bekannt zumachen.

Die psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung von schwer gestörten Patienten steht natürlich im Vordergrund, weil es sich um eine aufwendige und besonders intensive Form der Therapie handelt.

 

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