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Tagesklinik in der 3. Welle

Entwicklungen rund um die Tageskliniken

Auch wenn unsere Untersuchung über Maßnahmen der deutschen Tageskliniken in der Pandemie noch nicht abgeschlossen ist, zeichnen sich doch Trends deutlich ab. Hygienemaßnahmen sind weitestgehend flächendeckend umgesetzt. Nachteile daraus entstehen durch:

  • Ausfall kontaktintensiver Therapien wie Sport oder Physiotherapie
  • Ausfall oder Minimierung von Zeiten unbedeckten Gesichts z. B. beim gemeinsamen Essen
  • Ausfall von öffentlichen Gruppenangeboten wie Spaziergängen, Außenaktivitäten oder Gruppenexposition
  • Verringerung der mimischen Wahrnehmung und erschwerte Akustik durch MNS
  • Verringerung der Patienten, die sich pro Raum und Gebäude aufhalten 

Dadurch verknappt sich das Therapieangebot. Tageskliniken setzen entweder auf Reduktion der Patientenzahl, was verlängerte Wartezeiten und verschlechterte regionale Versorgung zur Folge hat. Oder sie reagieren mit Verrinngerung der Therapiezeiten im Sinne einer "Wechselbehandlung" zweier oder mehrerer Patientengruppen und Ausfall von Therapieelementen kommt es zu einer geringeren Therapieintensität. Dieses Vorgehen wird von der DATPPP aber ausdrücklich als bdster Kompromiss in der Pandemie befürwortet. Häufige Rückmeldung ist auch, dass die Gruppenkohäsion durch die Distanz und Verlagerung von Gruppen- zu Einzeltherapie geringer wird und damit eines der wichtigsten und spezifischen Behandlungsmittel der Tageskliniken leidet. Und zudem scheint sich nun eine Zunahme der Nachfrage abzuzeichnen, infolge der anhaltend verunsichernden Lebenssituation.

Entschädigungen zu verringerter Patientenzahl erfolgt nun nicht mehr so selbstverständlich wie vor einem Jahr. Die Finanzierung der Testungen ist aber durch §26 KHG inzwischen klar geregelt.

Ungemach droht im Hintergrund weiter durch die Einführunng der PPP-RL, die Untergrenzen an Personalausstattung vorschreibt. Eigentlich ist die personelle Sicherung sehr zu begrüßen. Die vorgegebenen Zahlen richten sich leider nicht ganz an der Realität und den Bedürfnisssen von Tageskliniken aus. Schwankende Patientenzahlen erschweren die Mitarbeiterkalkulation und Schwierigkeiten bestehen, Berufsgruppen wie Krankenpflege oder Ergotherapie überhaupt zu besetzen.

Nachdem die Studie über den Umgang mit Pandemie und Schutzmaßnahmen abgeschlosssen ist, werden wir einen Vorstoß in Richtung GBA/Gesundheits-Ministerium vornehmen, um unsere Anliegen zu vertreten. Vorschläge sind daher aktuell sehr erwünscht.

Allen Tageskliniken wünscht der Vorstand der DATPPP viel Geschick, Erfolg und Glück, heil und gesundmachend durch die Pandemie zu kommen.                 hH

DATPPP e.V.
Deutsche Arbeitsgemeinschaft
der Tageskliniken e.V.

Vorsitzender
Dr. med Herald Hopf
Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Chefarzt der Tagesklinik Waldfriede und
Privatklinik Nikolassee

Geschäftsstelle
Stefanie Stalp
c/o Tagesklinik Waldfriede
Schmidt-Ott-Straße 9
12165 Berlin
Telefon: 030 79743861
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