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Tageskliniken in der zweiten Welle der Pandemie

Wie den Herausforderungen begegnen

Auch wenn viele Tageskliniken im Sommer 2020 wieder hoffnungsvoll ihre Türen geöffnet haben, ist jetzt klar, die Zeit schwierigster Bedingungen ist keineswegs vorbei.  

Da nun (vorerst) auch keine Kompensationsbeträge für ausgefallene Belegungstage fließt, heißt es nun verstärkt die notwendige Therapie mit Infektionsschutz und Ökonomie in Einklang zu bringen. Hygienepläne sind vermutlich von den allermeisten Tagesklinken erstellt worden und werden in unterschiedlicher Weise gelebt.

Die Infektions-Kontrollen werden als Nationale Teststrategie auf den Seiten des RKI im jeweiligen Update vorgehalten. Gute Laborkontakte machen sich jetzt bezahlt, da angesichts der Überlastung der Labore sich sonst die Zeit der Ungewissheit, und damit auch die Zeit des Ausfalls von Patienten, lange hinziehen kann. Schnelltests können hier rasche Orientierung bieten. Testmaterial sollte eigentlich von öffentlichen Stellen zur Verfügung gestellt werden, praktisch klappt dies zunächst noch nicht besonders gut. Und da Tageskliniken aus der Reihentestung asymptomatischer Patienten und Mitarbeiter in der Testverordnung ausgenommen wurden, hat die DATPPP Beschwerde beim Bundesgesundheitsministerium eingelegt. Es sollte auch Tageskliniken ermöglicht werden, ohne Verdacht, Anwesende mindestens mit dem Antigen-Schnelltest zu testen.

Vielerorts scheitert eine gute Patientenversorgung an den Räumlichkeiten. Um den notwendigen Abstand zu gewährleisten, ist eine Obergrenze für jeden Therapieraum notwendig. Da dann aber nicht mehr alle Patienten zugleich versorgt werden können, wurde vielfach ein Zwei- oder Mehrschichten-Therapieplan eingeführt. Dies verschärft aber wiederum den Einsatz der meist ohnehin dünnen Personaldecke. Und von einer Urlaubssperre kurz vor Jahresende halten die meisten Personalleiter wenig, da Resturlaub ja die Bilanz belastet. Auch hier muss in jedem Einzelfall entschieden werden – Ökonomie oder Patientensicherheit.

Das Tragen eines MNS in öffentlichen Gebäuden ist ja inzwischen Standard. Auch Tageskliniken gehören (eigentlich) dazu. Psychotherapie ohne Mimik und mit erschwerter Akustik ist für viele Patienten und Behandler wenig zielführend. Mit entsprechendem Abstand ist die Regelung, dass am Arbeitsplatz auf das Tragen von MNS verzichtet werden kann, auch auf die Psychotherapiesituation zu übertragen. Insofern könnte in der direkten Therapiesituation mit freiem Gesicht gearbeitet werden, während es sich empfiehlt, ansonsten in der Tagesklinik MNS zu tragen. Mitarbeiter haben hierin eine Vorbildfunktion.         

Um einen Überblick über den Umgang mit der Pandemie in Tageskliniken zu erhalten, hat die DATPPP eine Studie aufgelegt, in der alle deutschen Tageskliniken zum Umgang mit der Situation befragt werden. Wir bitten um rege Mitarbeit. Die Ergebnisse werden uns allen zur Verfügung stehen und können eine Hilfe sein, wie wir am besten durch die folgenden schwierigen Monate hindurchsteuern können.                hH

DATPPP e.V.
Deutsche Arbeitsgemeinschaft
der Tageskliniken e.V.

Vorsitzender
Dr. med Herald Hopf
Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Chefarzt der Tagesklinik Waldfriede und
Privatklinik Nikolassee

Geschäftsstelle
Stefanie Stalp
c/o Tagesklinik Waldfriede
Schmidt-Ott-Straße 9
12165 Berlin
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