Treffen der Tageskliniken Rheinland-Pfalz

Ansprechpartnerin für Rheinland-Pfalz:

Frau Dr. med. Anke Thümler, GPS - Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit mbH, Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie: anke.thuemler@dont-want-spam.gps-rps.de

 

Protokoll TK-Treffen am 13. März 2024, Kreiskrankenhaus Saarburg:

- Diagnostik und Therapie von ADS/ADHS

Besprochen wurden Erfahrungen mit verschiedenen medikamentösen Behandlungen und deren Schwierigkeiten bei komorbider Suchterkrankung, sie Probleme in der Weiterverordnung durch eingeschränkte fachärztliche Ressourcen im niedergelassenen Bereich. Die Diagnostik hinsichtlich des Krankheitsbildes erfolgt in vielen Tageskliniken in Form eines Screenings oder Standard-Diagnostik, in speziellen Fällen werden die Patienten auch an Zentren verwiesen. Nicht selten erfahren Patienten durch die Diagnosestellung eine Entlastung und entwickeln für sich Konzepte, die ihnen ein Verständnis für ihre Reaktions- und Verhaltensweisen bieten und einen Einstieg in Veränderungen ermöglichen. Die Diagnosestellung im Erwachsenenalter stellt hingegen eine besondere Herausforderung dar. 

- Umgang mit Suchterkrankungen in der Tagesklinik und mögliche Konsequenzen der geplanten Legalisierung von Cannabis im April 2024.

Es besteht ein breiter Konsens, dass eine teilstationäre Behandlung in der Tagesklinik nicht mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen einschließlich Alkohol vereinbar ist. Auch im Falle einer Legalisierung von Cannabis, wird dessen Konsum während der Behandlung in der Tagesklinik nicht geduldet. Besteht jedoch eine medizinische Indikation für die Behandlung mit Cannabis und eine gute Behandlungscompliance, wird in der Regel eine tagesklinische Behandlung ermöglicht. Im Rahmen der Diskussion wurde auch das Thema Schmerzmittel-Verordnungen angesprochen, wobei hier aus Sicht einiger Teilnehmer eine Häufung zu verzeichnen ist, insbesondere auch die polypharmazeutische Herangehensweise (Opioide + NSAR +Pregabalin u. a.) bei einigen Patienten. In solchen Fällen sollte nochmals eine genaue Betrachtung der Indikationen erfolgen und des Thema eines Missbrauchs bzw. Regulationsbedürfnisse psychischer Zustände durch Medikamente angesprochen werden.

- Zunehmender Bedarf an sozialarbeiterischer Unterstützung

Austausch über den Eindruck, dass bei zunehmend mehr Patienten ein sozialarbeiterischer Handlungsbedarf besteht, dieser oft erst später im Verlauf der Behandlung von den Patienten offen gelegt wird. In einigen Kliniken wird deshalb bereits bei Aufnahme der Sozialdienst in die Behandlung involviert, in anderen sensibilisieren sich andere Berufsgruppen für Fragen nach möglichen Problemen (z. B. Verschuldung), um Frühzeitig Unterstützung auf den Weg bringen zu können. Sozialdienst oft nicht ausreichend personalisiert oder Mitarbeiter am Arbeitsmarkt schwer zu finden. 

- Umgang mit „primärer und sekundärer Fehlbelegung“

 

Das nächste Tageskliniktreffen findet am Mittwoch, den 18.09.2024 in der Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik St. Josef-Krankenhaus Hermeskeil Koblenzer Straße 23 54411 Hermeskeil

DATPPP e.V.
Deutsche Arbeitsgemeinschaft
der Tageskliniken e.V.

Vorsitzender
Dr. med Herald Hopf
Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Chefarzt der Tagesklinik Waldfriede und
Privatklinik Nikolassee

Geschäftsstelle
Stefanie Stalp
c/o Tagesklinik Waldfriede
Schmidt-Ott-Straße 9
12165 Berlin
Telefon: 030 79743861
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